GreenIT.de: Alles über Green IT

Saubere EnergieGreen IT ist im Trend. Doch nur wenige Unternehmen stellen tatsächlich ihr System um und entscheiden sich, energieeffizienter und Ressourcen schonend zu arbeiten. Green IT aber fängt schon im Kleinen an und kann bereits von Privatpersonen vorgenommen werden. Wir informieren auf GreenIT.de, um was es sich bei Green IT überhaupt im Einzelnen handelt und zeigen verschiedene Wege und Möglichkeiten auf, die mit Green IT beschritten werden können. Darüber hinaus bekommen Sie auf GreenIT.de die Möglichkeit, Ihre eigenen Erfahrungen durch News zu ergänzen.

Für Green IT gibt es gleich mehrere verschiedene Anwendungszentren. Zum einen können Rechenzentren als gewerbliche Nutzung von Green IT profitieren. Wenn sie so optimiert werden, dass sie mit geringem Energieeinsatz funktionieren können nicht nur Kosteneinsparungen die Folge sein. Es führt auch dazu, dass der Plant geschützt und nachhaltig geschont wird. Ebenfalls Anwendung findet Green IT bei Kommunikationsnetzen. Aktuelle Studien zeigen, dass pro Jahr etwa 50% bis 100% mehr Aufkommen von Energie in solchen Netzen zu verzeichnen ist. Dies sollte in spätestens zehn Jahren gestoppt werden. Grund dafür sind die erhöhten Mobilfunkanwendungen und der Trend zum Smartphone und Tablet-PC. Darüber hinaus sorgen Büroanwendungen mit verschiedenen Programmen dafür, das beispielsweise im Jahr 2010 3,9 Terrawattstunden Strom benötigt worden sind. Dies war in erster Linie den 26,5 Millionen Arbeitscomputern geschuldet. Gleichzeitig sind die Betriebssysteme auf Computern echte Energiefresser. Gerade Mircosoft-Systeme und Apples Mac schaffen es nicht, sinnvoll mit den Energien umzugehen und sorgen dafür, dass immer mehr Strom benutzt werden muss. All diese Dinge sollen mit Green IT heruntergefahren werden. Das heißt konkret, dass weniger Energie genutzt werden soll, um Ressourcen und schlussendlich die Welt zu schützen.

Was ist eigentlich Green IT?

Der Begriff „Green IT“ ist noch vergleichsweise neu. Es geht bei der Green IT darum, mit Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der Anwendung derer eine weniger starke Beschädigung der Umwelt sowie ein Stück weit Entlastung hervorzurufen. Dabei wird darauf geachtet, dass der gesamte Produktlebenszyklus deutlich „grüner“ ist als mit bisherigen Methoden und Techniken. Es geht also grundsätzlich um die effiziente Nutzung von Energie, was wiederum dazu führen soll, das Klima zu schützen und natürliche Ressourcen zu schonen.

Was macht Green IT-Produkte anders?

Bei Produkten, die dank Green IT hergestellt worden sind, wird generell weniger Energie verbraucht, als bei herkömmlichen Herstellungsformen. Dies gilt für Produkte aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Der Begriff der sogenannten „Direct impacts“ ist in der Branche bekannt. Damit ist gemeint, dass Green IT vor allem dazu beiträgt, dass in anderen Industrien und Bereichen des täglichen Lebens Zustände erreicht werden, die im Vergleich zu vorherigen Lagen Einsparungen bedeuten würden.

Verschiedene Ebenen von Green IT

Green IT Lösungen können viele verschiedene Auswirkungen haben. Diese können konkret in drei verschiedene Aspekte unterteilt werden. Die systemischen Auswirkungen bezeichnen Verhaltensänderungen. Die sogenannten „Wegbereitenden“ Auswirkungen dagegen beziehen sich auf die Anwendungen. Direkte Auswirkungen von Green IT gibt es auf Technologien die geändert oder angepasst werden, um generell grünere Produkte herstellen zu können.

Geschichte des Green IT

Zum Green IT gibt es einige Hinweise aus der Vergangenheit, die gewissermaßen als Vorreiter der heutigen Bewegung gesehen werden können. Dabei handelt es sich um das zunehmende Bewusstsein der Menschen, dass die Erde geschützt werden sollte. Die Öffentlichkeit interessiert dieses Thema verstärkt seit etwa der 1990er Jahre. Als Logo für Nachhaltigkeit und IT wurde 1992 der Energy Star eingeführt. Damals gab es dieses Zeichen allerdings erst ausschließlich in den USA. 2002 wurde der Energy Star auch in Deutschland eingeführt. Seither gilt er als Aushängeschild der Bewegung des Green IT.

Initiativen für Green IT

Mittlerweile gibt es Europa- und Weltweit einige wichtige Organisationen und Unternehmen, die sich der Green IT verschrien haben und hier bedeutende Fortschritte erzielen. Unter anderem auf dem Plan stand die CeBIT 2008. Darüber hinaus haben sich der Branchenverband BITKOM sowie die Unternehmen Fujitsu Siemens, IBM, Siemens und Greenpeace dafür ausgesprochen, an Lösungen zu arbeiten, die Green IT unterstützen. Leider liegt der Ausstoß von CO2 bei den größeren IT-Unternehmen insgesamt auf einem Wert, der nahezu dem Ausstoß des internationalen Luftverkehrs entspricht. Es gilt Lösungen zu finden, die den CO2 Ausstoß deutlich verringern können.

Warum ist es so schwierig, Green IT durchzusetzen?

Eine Umfrage von „Green Business – IT als Innovationstreiber für Nachhaltigkeit“ hat festgestellt, dass zwar 75% der Unternehmen vor haben, innerbetrieblich Green IT innerhalb der nächsten drei Jahre zu fördern. Dennoch sehen sich viele Unternehmer damit vor große Schwierigkeiten gestellt. Es gibt aktuell einfach noch zu wenig Information darüber, wie Green IT eigentlich genau ablaufen soll und welche Methoden und Chancen Sie haben, Ihre Energienutzung zurückzuschrauben und effizienter zu arbeiten. Unsicherheiten sorgen weiter dafür, dass viele Unternehmen diesen Techniken nicht trauen. Außerdem ist es schwierig, mit einem Mal die ganze IT umzustellen und sich auf ein System zu verlassen, von dem es eher wenige Erfahrungsberichte gibt. Aus Angst vor Problemen und Schwächungen der Unternehmen sind die meisten Unternehmer eher der Meinung, diese Art von neuer Technik nicht einzubauen.

Fehlend darüber hinaus sind oftmals finanzielle Mittel. Denn die Umstellung auf Green IT ist, abhängig von der Art der Umstellung, sehr kostenintensiv. Ob sich durch die Veränderung im Unternehmen dann auch schnell und direkt effiziente und kostensparende Lösungen zeigen ist eine andere Frage, welche von den Unternehmen im Vorhinein nicht beantwortet werden kann. Strategische Ansätze, wie mit der Green IT umzugehen ist, sind ebenfalls Mangelware. Auch dort sollte es neue Ansätze geben, welche den Nutzerinnen und Nutzern die positiven Eigenschaften für die eigene Strategie aufzeigt.

Andere Ansätze der Green IT

Die Stichworte Green und IT werden zusammen verwandt. Es heißt grundsätzlich, dass für mehr Nachhaltigkeit gesorgt werden soll. Die Green IT, wie sie uns heute bekannt ist, verfolgt aber gleich mehrere Ansätze, die unter einen Hut gebracht werden müssen. Zum einen geht es, natürlich, um die energieeffizientere Nutzung. Der Verbrauch von Energien soll generell gesenkt werden, wenn es zur regelmäßigen Nutzung eines Produkts kommt. Darüber hinaus bezieht sich Green IT auch auf die eigentliche Herstellung eines Produkts. So sollen alle Verbräuche von Materialien und Energien bei der Herstellung eines Produkt reduziert werden. Ebenfalls im Begriff eingefasst wird die Herabsetzung von Schadstoffen und Abwärme, die sowohl bei der Produktion eines Produktes als auch bei der Nutzung dessen entstehen. Dies geht einher mit den Schadstoffen in den Produkten selbst. Diese sollen nach Möglichkeit auf ein Mindestmaß reduziert werden. Green IT umfasst praktisch alles, was bei der Herstellung eines Produkts geschehen kann. So sollen auch weniger Drucke notwendig sein, um die Gesamtzahl an Ausdrucken zu minimieren.

Hinzu kommen Ansätze, nach denen Recycling einen besonderen Stellenwert bekommt. Nach Möglichkeit sollten die Produkte wieder verwendbar sein. Zumindest einige der Bestandteile müssen recycelt werden können. Die Entsorgung sollte bei Green IT darüber hinaus ebenfalls energiesparend sein. Allerdings ist es Ziel, die Produkte auch möglichst lange am Leben zu halten. Eine langlebige Hardware ist deshalb ebenso wichtig wie ein durchdachtes Design, das langfristig genutzt werden kann. Beim Green Software Engineering geht es wiederum darum, mit möglichst wenigen Ressourcen zu programmieren und dadurch ebenfalls die Umwelt in den Vordergrund zu stellen. Dies kann durch den Einsatz von IT geschehen die genutzt wird, um an verschiedenen Quellen für einen deutlich geringen Energieverbrauch zu sorgen.

Ein weiterer wichtiger Teil des Green IT ist der soziale Aspekt. Aus ethischer Sicht sind sichere und vor allem faire Arbeitsbedingungen mit fairen Löhnen wichtig. Beim Green IT geht es für viele deshalb auch darum, moralische Aspekte walten zu lassen und dafür zu sorgen, dass es allen an der Produktion beteiligten Arbeitern und Menschen gut geht und sie von ihrem Lohn und Gehalt leben können. Das hat unter anderem natürlich auch politische und Image-motivierte Gründe, die wir nicht unterschlagen wollen. Zum Green IT gibt es bereits einige Rechtsnormen, die in der EU als RoHS-Richtlinie bekannt sind. Auch die WEEE-Richtlinie muss hier herangezogen werden.

Green IT in der Informationstechnologie

Green IT ist ein Begriff, der aktuell noch nicht zu stark geprägt ist. Verschiedene Unternehmen und Experten nutzen die Terminologie deshalb für verschiedene Sachverhalte und Erklärungen. Einer davon ist der Ansatz, Green IT als Energieeinsparung durch Informationstechnologie (IT) zu sehen. Bei dieser Art der Energieeinsparung geht es darum, zum Beispiel Dienstreisen einfach durch Gespräche über Webcamtelefonie zu ersetzen. Dadurch können Reisekosten gespart werden. Das führt zu effizienterem Arbeiten. Außerdem wird durch das geringere Reisen selbstverständlich auch die Umwelt geschützt.

Wie kann ich als Privatperson helfen?

Alte HandysFür jeden von uns gibt es Möglichkeiten, zu einer grüneren und umweltfreundlicheren Umgebung beizutragen. Auch Sie können das. Versuchen Sie dazu beispielsweise einfach einmal, mit Ihren privaten IT-Geräten umweltfreundlicher umzugehen. Fahren Sie Ihren PC öfter einmal herunter und lassen Sie ihn nicht länger im Ruhezustand. Denn auch dort zieht der PC viel Strom. Außerdem sollten Sie Ihr Smartphone nur aufladen, wenn der Akku auch wirklich leer ist und es nicht permanent am Akku lassen. Wenn Sie einmal keine Anrufe oder Sonstiges entgegennehmen möchten, dann stellen Sie das Gerät doch einfach einmal aus, anstatt es in den Flugmodus zu versetzen. Und auch der Fernseher kann im Ruhezustand ein Stromfresser sein. Schaffen Sie sich eine Steckerleiste an und machen Sie damit einfach alle Geräte mit einem Klick endgültig aus. Dadurch lässt sich der Stromverbrauch ebenso reduzieren wie beispielsweise durch das Auslöschen des Lichts, wenn Sie einen Raum verlassen.

Darüber hinaus können Sie auch mit dem Einsatz von umweltfreundlicherer Technik dazu beitragen, dass Sie der Erde helfen, sich besser von den Einflüssen der Menschheit regenerieren kann. Wir würden Ihnen darüber hinaus empfehlen, bei der Wahl Ihrer Internetanbieter eher auf solche zu setzen, die Green IT und umweltschonende Maßnahmen propagieren. Es kann zwar sein, dass diese Varianten möglicherweise ein bisschen teurer sind als solche, die mit herkömmlichen Lösungen arbeiten. Für den Planeten lohnt es sich aber in jedem Fall gleich doppelt. Einige Banken beispielsweise bieten haben sich auf die Fahne geschrieben, nur umweltgerecht zu arbeiten und ihren Strom nur von Anbietern zu beziehen, die grüne Technologien bevorzugen. Solche Unternehmen sollten Sie unterstützen, wenn Sie Ihren Anteil zur Green IT leisten möchten.

Refurbished IT

An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf die Möglichkeiten hinweisen, die Sie durch den Kauf von Produkten haben, die vom Hersteller refurbished worden sind. Dabei handelt es sich um eine komplette Erneuerung eines eigentlich alten und benutzten Gerätes mit neuen Teilen die dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden. Apple beispielsweise kauft alte iPhones und Macs an, ersetzt das defekte oder nicht in hochwertigem Zustand befindliche Teil und verkauft die Geräte dann als refurbished weiter. Kundinnen und Kunden können dadurch nicht nur meiste einige hundert Euro sparen. Da keine alten Geräte weggeschmissen und keine neuen hergestellt und verschifft werden müssen handelt es sich auch um eine Art des Green IT.

Refurbished Produkte sind nicht schlechter als neue Geräte, die gekauft werden können. Meistens stammen sie aus Leasingverträgen oder sind irgendwie anders zurück an den Hersteller gekommen. Wenn Sie anfangen möchten, energieeffizient zu leben und Ressourcen einzusparen sollten Sie einfach dazu übergehen, refurbished Produkte einzukaufen. Gerade Hersteller wie Apple legen viel Wert darauf, den Ruf ihrer Marke zu behalten. Kaufen Sie beispielsweise einen refurbished Mac, der aus einem Leasingvertrag stammt können Sie sich sicher sein, dass Sie dieses Gerät auch in einem optisch einwandfreien Zustand erhalten werden.

Schwächen der klassischen Green IT

Natürlich hat auch der Ansatz der Green IT, wie viele andere auch, einige Kritikpunkte und Negativmerkmale, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Zu nennen ist hier zum einen das sogenannte Greenwashing. Dabei handelt es sich um die Nutzung von Markenrechten, die scheinbar suggerieren, dass mit Green IT gearbeitet worden ist. Allerdings sind diese Markenrechte aus Marketinggründen geschützt worden. Dahinter muss sich nicht unbedingt ein Standard verbergen, welcher dann von einem Unternehmen genutzt wird. Einige Marken, die Green IT anzeigen, täuschen also darüber hinweg, um was es sich eigentlich wirklich handelt.

Ebenfalls nennenswert sind sogenannte Reboundeffekte. Sparsame Computer und Technikgeräte sind zwar in der Nutzung günstiger. Allerdings kann es vorkommen, dass viele Nutzerinnen und Nutzer eben aufgrund der günstigeren Nutzungsmöglichkeiten längere Nutzungszeiten einbauen. So wird beispielsweise ein Computer, der ansonsten über Nacht von der Stromversorgung getrennt worden ist. nun einfach im Stromsparmodus oder Ruhezustand weiterbetrieben. Ebenfalls im Reboundeffekt eingeschlossen sind Möglichkeiten, nach denen aufgrund der erhöhten Ersparnisse bei den technischen Geräten einfach noch mehr Geräte gekauft und erstanden werden. Dadurch werden selbstverständlich alle positiven Einsparungen umgekehrt und können im Gegenteil sogar zu noch größerer Energieverschwendung führen.

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